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Was ist eigentlich Crowdfunding?

Die Resonanz auf die Veröffentlichung meines Crowdfunding-Projektes „ONE.“ ist großartig. Vielen Dank für die Likes und vor allem die lieben Nachrichten dazu – das macht mir Mut, dass das vielleicht sogar hinhauen kann.

Was ich jedoch feststelle ist, dass innerhalb meiner sozialen Kontakte es doch einige gibt, die es zwar spannend finden, dass ich was an den Start bringe jedoch keinen Schimmer haben, was Crowdfunding eigentlich bedeutet. Ich versuche mich in einer kurzen Erklärung:

Crowdfunding ist die Finanzierung eines konkreten Projektes durch „Jedermann“. Anders als bei der bislang üblichen Finanzierung durch Dritte wie Banken oder Risikoinvestoren, die das gesamte Finanzierungsbudget auf einmal stemmen (wenn man es vereinfacht betrachtet), kommt beim Crowdfunding das Geld durch den finanziellen Beitrag vieler kleinerer Summen („Funds“) durch viele Menschen (die „Crowd“) zusammen. Und anders als bei Banken und Business Angeln ist es auch nicht so, dass die Crowdfunder an einem finanziellen Gewinn interessiert sind bzw. durch Zinsen refinanziert werden, sondern so, dass es einen konkreten Gegenwert zum „Fund“ gibt. Das geht von einer schlichten „Danke!“-E-Mail bis hin zum fertigen Produkt, das finanziert werden soll oder sogar exklusive Dinge wie Einladungen zu Presse-Releases oder Besuche im Atelier von Künstlern zum Beispiel. Man „kauft“ also etwas und leistet eine Vorauszzahlung. Die Summe aller Vorauszahlungen ermöglicht damit das Projekt aber erst.

Meine Historie als „Funder“

Ich selbst habe auch schon einige sehr spannende Projekt mitfinanziert:

Masters of Anatomy – Ein Bildband mit Anatomiezeichnungen von dutzenden der besten Illustratoren der Welt. – Ich warte auf das Buch.

Good Grief – Eine Film-Dokumentation über eine Comic-Schule in Kalifornien. – Hier habe ich nur symbolisch, ohne wirklichen Gegenwert gefunded.

Wormworld Saga – Ein viel gerühmtes und im Nachgang des Crowdfunding sehr erfolgreichen Comic-Projektes des deutschen Daniel Liske. – Wie bei „Good Grief“ habe ich mit einer kleinen Spende gerne geholfen.

Molly Crabapple’s Week in Hell – Ein Projekt einer New Yorker-Künstlerin, die sich eine Woche in einer Hotelsuite eingeschlossen hat, die Wände mit Zeichenpapier verkleidet hat, diese vollgemalt und dann je nach Budget Teile davon an die Funder verschickt hat. Bei mir hängt jetzt so ein Ausschnitt, der schon einmal die New Yorker Luft geatmet hat.

A Beautiful Body – ein Bildband mit Aktfotos „normaler“ Menschen, um die natürliche Schönheit jedes einzelnen zu illustrieren. – Ein kleine finanzielle Spende.

Armature Nine – Eine völlig neue Art von Gliederpuppe für Künstler und Illustratoren. – Hier warte ich auf Lieferung.

Jetzt ich!?

Es fällt sicher auf, dass das alles über eine amerikanische Plattform gelaufen ist und dann auch nicht über die von mir genutzte Indiegogo. Warum?

  • Die deutschen Plattformen haben noch zwei entscheidende Nachteile: Sie bedienen nur den deutschsprachigen Markt, werden also international nicht wahrgenommen und haben damit eine viel kleinere Reichweite und sind dadurch nicht sehr populär. Die sind einfach noch nicht soweit. Zudem laufen dort Comic-Projekte und andere künstlerische Dinge nicht so gut. Das Land der Dichter und Denker im Jahr 2014.
  • Der Platzhirsch im Crowdfunding – Kickstarter – fällt raus, weil er ohne Tricks für deutsche Anbieter nicht funktioniert. Man bräuchte ein amerikanisches Bank-Konto.
  • Somit fällt die Wahl automatisch auf die internationale zweite Wahl Indiegogo.

Die Anmeldung als Funder ist dort denkbar einfach und die Bezahlung kann über die üblichen Wege gegangen werden. Ich denke, diese Hürde ist klein genug.

 

Ich bin mir sicher, das ist eine gute Wahl.

Der Rest liegt bei Euch.

Ich bin sehr, sehr aufgeregt.

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